Griechenlands ruhige Seite: Warum der Ambrakische Golf eine Reise wert ist

Im Nordwesten Griechenlands, zwischen dem Ionischen Meer und dem Festland, liegt eine faszinierende Küstenregion, die bis heute vom Massentourismus verschont geblieben ist: der Ambrakische Golf.
Wer das authentische Griechenland fernab von überfüllten Stränden und durchgestylten Resorts erleben möchte, findet hier eine Welt voller wilder Schönheit, stiller Buchten und herzlicher Gastfreundschaft. Wir stellen das unbekannte Reiseziel vor.
Der Ambrakische Golf (auch Amvrakikos genannt) ist kein Golf im klassischen Sinne – vielmehr ein fast abgeschlossenes Binnenmeer, das nur durch eine schmale Öffnung bei Preveza mit dem offenen Meer verbunden ist. Urlauberinnen und Urlauber profitieren daher von ruhigem Wasser, unzähligen Lagunen und einer der artenreichsten Naturlandschaften Griechenlands.

In den Feuchtgebieten an der Nordseite des Golfs leben verschiedenste Tiere: Im Frühjahr brüten Flamingos, Pelikane, Reiher und über 250 weitere Vogelarten im Nationalpark – ein Muss für Ornithologie-Begeisterte. Im Frühsommer zeigen sich sogar Delfine und Meeresschildkröten im seichten Wasser.

Wer das Gebiet erkunden will, kann eine geführte Kajak- oder Bootstour buchen und sollte dabei ein Fernglas nicht vergessen. Fahrten werden zum Beispiel vom Hafenstädtchen Menidi oder von Vonitsa aus angeboten.
Doch der Ambrakische Golf ist nicht nur ein Naturparadies. Auch geschichtlich hat die Region einiges zu bieten. Seinen Namen hat der Golf von der antiken Stadt Ambrakia, an deren Stelle sich heute die Stadt Arta befindet. Neben byzantinischen Kirchen und Denkmälern ist der Ort vor allem für seine steinerne Bogenbrücke aus dem 17. Jahrhundert bekannt, die den Arathos-Fluss überspannt.

Etwa sechs Kilometer von Preveza entfernt stößt du in den Ruinen von Nikopolis auf Spuren des römischen Kaisers Augustus, der die Stadt im Jahr 31 vor Christus errichten ließ. Die Stadtmauer, zwei Theater und einige Kirchen sind sehr gut erhalten. Heute gilt Nikopolis als größter archäologischer Ort Griechenlands.

Einen Besuch wert ist auch Vonitsa mit seiner venezianischen Burg, den kleinen Tavernen direkt am Wasser und einem lang gezogenen Strand, an dem es selbst in der Hochsaison angenehm ruhig bleibt. Hier sitzen die Einheimischen bei einer Tasse Kaffee zusammen oder füttern streunende Katzen, während die Fischer im Hafen ihre Netze flicken.

Am Ambrakischen Golf findest du stille Buchten, naturbelassene Strände und glasklares Wasser. Besonders ruhig geht es am Strand von Koronisia zu, einem kleinen Eiland mitten im Lagunensystem des Golfs. Flach abfallend und von salziger Luft umgeben eignet er sich perfekt für Familien und Naturfreunde.

Wo sich die Küste zum Ionischen Meer öffnet, werden die Sandstrände weiter. Der Monolithi Beach bei Preveza zählt mit über 20 Kilometern Länge zu den ausgedehntesten Stränden Europas und bietet trotz seiner Größe viel Ruhe. Etwas lebendiger wird es am Kanali Beach, wo einfache Strandbars und sanfte Wellen für entspanntes Urlaubsfeeling sorgen. Der naturbelassene Lygia Beach ist hingegen ein Geheimtipp für alle, die Abgeschiedenheit schätzen.
Kulinarisch ist der Golf ein Fest für Fischliebhaberinnen und ‑liebhaber. In fast jedem Küstenort findet man Tavernen, die ihre Produkte frisch von lokalen Fischern beziehen. Besonders empfehlenswert: geräucherter Aal, gegrillte Dorade und Garnelen, die in Olivenöl, Zitrone und Kräutern serviert werden.

Ein Geheimtipp für authentische und günstige Küche ist das Fischerdorf Koronisia, das über eine schmale Straße durch die Lagune erreichbar ist. Hier scheint die Zeit stillzustehen: Zwei Tavernen, ein kleiner Hafen und eine orthodoxe Kapelle auf einer winzigen Insel – mehr braucht es nicht.
Beste Reisezeit: Der Frühling ist die ideale Reisezeit – dann blüht die Natur, die Temperaturen sind mild und die Vögel versammeln sich. Im Sommer kann es auf dem Festland heiß werden.
Anreise: Der nächste Flughafen ist der Aktion National Airport, der auch als Flughafen Preveza (PVK) bekannt ist. Er liegt etwa vier Kilometer südlich von Preveza, auf der Spitze der Halbinsel Aktio.
Fortbewegung: Ein Mietwagen ist empfehlenswert, um die versteckten Strände, Bergdörfer und Lagunen im eigenen Tempo zu erkunden.
Unterkunft: Kleine, familiengeführte Pensionen runden das authentische Urlaubserlebnis ab. In Vonitsa, Menidi oder Arta gibt es einige davon.
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