Europa-League-Finale: Freiburg ohne Chance gegen Aston Villa

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Europa-League-Finale: Freiburg ohne Chance gegen Aston Villa

Europa-League-Finale: Freiburg ohne Chance gegen Aston Villa

"Für den Moment spüre ich keine Zufriedenheit. Wir haben ein Finale verloren, das überwiegt für den Moment und schmerzt sehr", sagte Freiburgs Trainer Julian Schuster nachdem sein Team das Endspiel der Europa League mit 0:3 (0:2) gegen Aston Villa verloren hatte. Zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte hatte der Bundesligist ein europäisches Finale erreicht, ein Sieg hätte den ersten Titel überhaupt bedeutet.

Doch der ersehnte Coup blieb aus. Dabei hielt der Sportclub gegen den Favoriten aus England zunächst lange gut mit. Dann brachte ein Doppelschlag kurz vor der Pause Villa auf die Siegerstraße: Youri Tielemans traf in der 41. Minute, der ehemalige Leverkusener Emiliano Buendia erhöhte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem sehenswerten Schlenzer auf 2:0 (45.+3). Spätestens mit dem 0:3 durch Morgan Rogers (58.) war die Partie vor 37.324 Zuschauern im Besiktas Park von Istanbul entschieden.

Morgan Rogers von Aston Villa erzielt im Rutschen das 3:0 gegen Freiburg, Freiburgs Torhüter Noah Atubolu springt in die falsche Richtung
Morgan Rogers (l.) rutscht in eine Hereingabe und spitzelt den Ball an Freiburgs Torhüter Noah Atubolu vorbei zum 3:0 ins TorBild: Khalil Hamra/AP Photo/picture alliance

"Dieser heutige Tag ist für uns eine Erfahrung. Aus der werden wir lernen. Aus der werden wir besser werden", sagte Schuster. "Wir können realistisch einschätzen, wo wir stehen und was notwendig ist. Heute war über 90 Minuten in einem Spiel alles möglich. Wir haben es nicht gebracht, aber das wird uns stärker machen und helfen, uns weiterzuentwickeln."

Entscheidende Momente kippen das Spiel

Bis zu den ersten beiden Gegentoren hatte Freiburg mutig dagegengehalten, organisiert verteidigt und sich immer wieder in die Partie gearbeitet. Doch in den entscheidenden Situationen leistete sich die Defensive Nachlässigkeiten - und Aston Villa nutzte diese eiskalt. Gerade bei Standards fehlte die letzte Konsequenz.

Die beste Freiburger Chance in der ersten Hälfte hatte Nicolas Höfler, dessen Abschluss nach einer Standardsituation knapp am rechten Pfosten vorbeiging (17.). Mehr offensive Durchschlagskraft entwickelte der Bundesligist jedoch selten.

Ein bitterer Abend - und dennoch ein Erfolg

So endet die bemerkenswerte Europa-Reise des SC Freiburg ohne Krönung. "Es ist ein Spiel für die Geschichte für Freiburg", hatte Weltmeister-Coach und Stadion-Besucher Joachim Löw vor dem Anpfiff beim Fernsehsender RTL gesagt. Dieser Satz behält Gültigkeit, auch ohne Titel.

Spieler des SC Freiburg stehen mit enttäuschten Gesichtern auf dem Platz
Bitterer Abend für Freiburg: Irgendwann wird die Enttäuschung dem Stolz auf das Erreichte weichenBild: Robert Michael/dpa/picture alliance

Denn erstmals war der Sportclub über das Achtelfinale der Europa League hinausgekommen und bis ins Endspiel vorgestoßen. Der Traum vom direkten Einzug in die Champions League, den der Titelgewinn automatisch mit sich gebracht hätte, bleibt zwar unerfüllt, doch als Siebtplatzierter der Bundesliga tritt Freiburg in der kommenden Saison erneut international an - dann in der Conference League.

Villa bestätigt Emerys Ruf

Auf der anderen Seite unterstrich Aston Villa seine Klasse und die besondere Expertise seines Trainers. Unai Emery, der "Mr. Europa League", gewann den Wettbewerb zum fünften Mal nach Erfolgen mit Sevilla (2014, 2015, 2016) und Villarreal (2021) und festigte damit seinen Ruf als Europa-League-Spezialist.

Die Fans der Freiburger nahmen die Niederlage dennoch mit Stolz hin: Selbst beim klaren Rückstand feierten sie ihre Mannschaft, sangen und schunkelten auf den Rängen. Bei Trainer und Mannschaft wird es wohl noch ein wenig dauern, bis Trauer und Enttäuschung ebenfalls in Stolz umschlagen. Die Saison wird trotz des verlorenen Finals eine der größten der Vereinsgeschichte des SC Freiburg bleiben.

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SC Freiburg - Aston Villa 0:3 (0:2) Tore: 0:1 Tielemans (41.), 0:2 Buendia (45.+3), 0:3 Rogers (58.) Zuschauer in Istanbul: 37.500 (ausverkauft)

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