Surinam Airways fliegt fast nie, leistet sich aber 500 Mitarbeiter
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Die Nationalairline von Surinam kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen. Nun fordert ein Luftfahrtexperte eine Diskussion über die Zukunft der Fluglinie.
Surinam Airways fliegt aktuell von ihrem Heimatflughafen Paramaribo laut Daten von „Cirium Diio” fünf Ziele an. Vier liegen in Nachbarländern. Die einzige interkontinentale Verbindung der nationalen Fluggesellschaft des südamerikanischen Landes führt nach Amsterdam. Die Flotte besteht aktuell aus drei Flugzeugen. Zwei Boeing 737-800, von denen eine gerade in der Wartung ist, und einem Airbus A340-600, den die Airline von USC für die Amsterdam-Flüge geleast hat.
Doch trotz der kleinen Flotte und der aktuell überschaubaren Anzahl an Zielen beschäftigt Surinam Airways aktuell über 500 Mitarbeitende. Das führt aktuell zu heftigen Diskussionen in der ehemaligen holländischen Kolonie, berichtet das Portal „Up in the sky”.
Ausgelöst wurde die Diskussion durch die Kritik von Sonny Khoeblal, einem der bekanntesten Musiker des Landes, der sich als ehemaliger Fluglotse immer wieder zur Luftfahrt seines Landes äußert.
Khoeblal fordert eine offene und ehrliche nationale Diskussion über die Zukunft der Airline. „Wenn eine Fluggesellschaft in der Praxis mit etwa zwei Boeing 737 und Flugzeugen im ACMI-System operiert, sollte sie sich durchaus fragen, warum dafür rund 500 Mitarbeiter benötigt werden“, erklärt er und verweist auf internationale Beispiele kleinerer Fluggesellschaften, die durch schlankere Organisationsstrukturen und effizientere Arbeitsprozesse mit deutlich weniger Personal auskommen.
Gleichzeitig betonte er, dass er damit nicht die Mitarbeitenden angreifen wolle. Hunderte von Familien sind von dem Unternehmen abhängig und machen ihre Arbeit unter teils schwierigen Bedingungen. Das Thema Arbeitsplatzabbau müsse mit Bedacht angegangen werden, so der Luftfahrtexperte des Landes.
Surinam Airways steckt seit Jahren in einer finanziellen Schieflage und wird nur durch staatliche Subventionen am Leben gehalten. Die Airline hat zudem seit 2020 Schulden in Höhe von 100 Millionen US-Dollar angehäuft. Im vergangenen Jahr kamen weitere Millionen hinzu, weil die Airline ihre Mitarbeiter teilweise falsch bezahlt hatte.
Luftfahrtexperte Khoeblal betont gegenüber „gfcnieuws”, dass sich die Diskussion über Surinam Airways nicht auf kurzfristige Rettungsmaßnahmen beschränken sollte. Stattdessen müssten langfristige Lösungen gesucht werden.
Die zentrale Frage sei, wie das Unternehmen nicht nur heute überleben, sondern auch in zehn oder zwanzig Jahren relevant und finanziell gesund bleiben könne.
Von [email protected] (Benjamin Recklies)
FOCUS
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